Immer, wenn ich sinnierend auf den Müll starre, denke ich an ihn. Denn er war es, der gegen das auch damals verfügbare bessere Wissen den „Grünen Punkt“ zwangseinführte und Deutschland die Mülltrennkost aufoktroyierte. Ansonsten favorisierte er – natürlich – die Kernenergie, und seine ebenso spektakuläre wie peinliche Rheinbadeaktion ist in guter Erinnerung bei all denen, die mediale Kalauer für eine willkommene Abwechslung im Polittheater halten.
Heute wird er 70: Klaus Töpfer, weiland „Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit“, dann später „Exekutivdirektor des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP)“. Eine Kurzbiographie findet sich hier, ein inhaltsleerer Artikel auch in der deutschen Wikipedia.
Töpfer, so meine bescheidene Meinung, hat sich meistens als ein das Gute wollender Umweltpolitiker präsentiert. So war sicher sein „Duales System“ gut gemeint, aber das gut Gemeinte war auch ier der Feind des Guten: Statt die zukunftsträchtige Recyclingtechnologie zu fördern, verwandelte er die Republik in ein belustigendes Völkchen von Mülltrennern, Gelbsacksammlern und zwangsneurotischen Ascheneimerputtels.
Die Technologie entwickelte sich trotzdem und neben der absurden Eintöpferung diverser Müllwertstoffe, sogar unter dem Dach der inzwischen auf EU-Druck vollprivatisierten „Duales System Deutschland GmbH“. (siehe zum Beispiel in der Zeit)
Günstigstenfalls wird der von uns treudoof getrennte Müll wieder zusammengeschüttet und in eine moderne Trennanlage gebracht. Wahrscheinlicher ist, daß dein so sauber abgetrennter Gelber Müll in der nächsten Verbrennungsanlage verraucht.
Trotzdem: Happy Birthday, Klaus Töpfer. Sie waren meist besser als die Regierung, in der sie saßen, und ihre Nachfolgerin hat sie an Peinlichkeit überboten. Dafür durfte sie dann auch großkoalitionäre Kanzlerkarriere machen…