Aller Anfang ist schwer

Da ist dieses Blog nun halbwegs eingerichtet, und eigentlich sollten jetzt die Einträge in schöner Regelmäßigkeit aus dem Hirn in die Finger, dann in die Tastatur und endlich auf die Webseiten fließen wie sie sonst immer über die Lippen kommen – aber „Fehlanzeige“!

Das Problem?

Beim Reden verfertigen sich die Gedanken allmählich, wie es Kleist in seinem Ausatz „Über die allmähliche Verfertigung der Gedanken beim Reden“ beschrieben hat:

Es liegt ein sonderbarer Quell der Begeisterung für denjenigen, der spricht, in einem menschlichen Antlitz, das ihm gegenübersteht; und ein Blick, der uns einen halb ausgedrückten Gedanken schon als begriffen ankündigt, schenkt uns oft den Ausdruck für die ganz andere Hälfte desselben.

Beim Schreiben für die Veröffentlichung – und sei es mit der insgeheim erklärten Absicht, zunächst noch unrein zu schreiben – dagegen fehlt nicht nur dieses menschliche Antlitz, sondern es ist durch den strengen Blick der inneren Qualitätskontrolle, ergänzt um die Neigung zur Gründlichkeit, ersetzt.

Ich setze gewissermaßen geistig Proposition 1, und sofort fühle ich mich bemüßigt, dieselbe erst einmal zu begründen, eine Fundierung, die selber wieder nach Rechtfertigung ruft – und bevor ich auch den ersten Satz auf dieses virtuelle Papier geschrieben habe, bläht sich der Umfang des unscheinbarsten Gedankenwinzlings überproportional auf – bis endlich der angepaßte Umfang des Blogeintrags unbedingt weitere Recherchen erfordert.

Und Recherchen benötigen Zeit – Zeit, dieses knappste aller Güter, das nicht nur vom Großen Ordner Tod, sondern auch von der Notwendigkeit, zur Abwehr desselben Brot zu erwerben, begrenzt wird. (Mit anderen Worten: „Wenn ich mich weniger um’s Geldverdienen kümmern müßte, hätte ich mehr Zeit für Arbeit.“)

Die Lösung?

Wie so oft besteht ein wesentlicher Schritt zur Lösung darin, die Zensur fallen zu lassen. Da unterscheidet sich dieses Blog nicht von Demokratie/Republik. Die Einführung ist nicht damit vollendet, daß die Zensur wegfällt; aber der Wegfall der Zensur ist eine conditio sine qua non.

Aller Anfang ist eben schwer. Für die Demokraten/Republikaner. Und für den Blogger. Aber die Abschaffung der Zensur hilft beiden.

Sei es…

Eine Antwort schreiben

Sie müssen angemeldet sein, um kommentieren zu können.